ZAN ist ein afghanischer Frauenverein

1996 im Zuge der ersten Machtübernahme der Taliban haben sich engagierte Frauen auf Initiative von Nadia Qani-Schwarz in Frankfurt zusammengefunden, um auf die daraus entstandene grausame Situation der Frauen in Afghanistan hinzuweisen. In den folgenden Jahren scheute die Initiatorin keine Mühen, nachdrücklich und öffentlichkeitswirksam bundesweit sowie international auf die Missstände hinzuweisen.

Aus der damaligen Initiative heraus entstand die Idee zur Gründung eines Vereins zur Unterstützung afghanischer Frauen im Rhein-Main-Gebiet, speziell für die Community in Frankfurt am Main. Ein Verein der zugleich die Bundes- und internationale Ebene fest im Blick behält, wenn es um die Situation afghanischer Frauen in Deutschland und in Afghanistan geht.

Nach einem Vortrag unserer 1. Vorsitzenden, Nadia Qani-Schwarz, vor dem Frauenausschuss der Stadt Frankfurt am Main im Juni 2001, kam der Stein ins Rollen und unser Verein wurde gegründet.

Auf Einladung von Nane und Kofi Annan nahm Nadia Qani-Schwarz im Februar 2002 an einem Empfang für afghanische Frauenvereine in Berlin teil.

Mit der Eröffnung unserer Fotoausstellung »Frauen – Leben in Afghanistan« am 5. Februar 2002 in Frankfurt am Main, die später auch in anderen Städten ausgestellt wurde, traten wir mit unseren Zielen zum ersten Mal als Verein an die Öffentlichkeit. 

Aufgrund ihres großen ehrenamtlichen Engagements ist Nadia Qani-Schwarz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

Unsere Ziele

Die stetig wachsende afghanische Community in Deutschland zählt viele Frauen, die den unwürdigen Umständen in ihrem Heimatland entflohen sind. Das Leben in Afghanistan ist bis heute sehr unsicher und gefährlich. Jahrzehntelange Kriege und Besatzung haben dazu geführt, dass die Menschen vor Ort nicht in Frieden und Sicherheit leben können. Die Erosion der afghanischen Zivilgesellschaft hat verheerende Folgen, besonders für afghanische Mädchen und Frauen, die wegen der zerrütteten Strukturen häufig nicht die Möglichkeit erhalten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – auch aufgrund von fehlenden Bildungsmöglichkeiten – rund drei Viertel der Afghaninnen sind nicht alphabetisiert (UN 2018).

Nach der Machtübernahme durch die Taliban hat sich die Situation in Afghanistan für Frauen und Mädchen noch einmal mehr verschlechtert.

Aus Afghanistan geflohene Frauen haben daher häufig eine schwierige Ausgangslage in Deutschland – es fehlt häufig an einer Grundausbildung, um sich hier ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Wir bei Zan e.V. möchten afghanische Frauen dabei unterstützen, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen zu können.  Unser Fokus liegt dabei auf Bildungsarbeit. In unserem DADA Bildungsprogramm vermitteln wir Sprachkompetenzen, Textilkompetenzen, EDV-Unterricht und auch politische Grundbildung.

Unser Verein ist unabhängig von Parteipolitik und Religion und will durch gezielte Aktivitäten dabei helfen, die Situation der afghanischen Frauen hier und in Afghanistan zu verbessern.


Im Rahmen des Bildungsprogramms für afghanische Frauen DADA-Aufbruch! erhalten die Teilnehmerinnen EDV-Unterricht.

Unsere Aktivitäten

Viele Jugendliche und afghanische Frauen sind durch die Zustände, die in ihrem Land herrschen, traumatisiert. Der ZAN e.V. hat im Juli 2015 eine Musikgruppe gegründet, die den Frauen unter dem Motto »Trauma-Musik-Therapie« helfen soll, die Vergangenheit zu verarbeiten. Inzwischen wurde aus der Musikgruppe die erfolgreiche Hamnawa Music Band & School, die regelmäßig Auftritte weit über das Rhein-Main-Gebiet absolviert.
Seit Beginn des Jahres 2017 steht die Integration von afghanischen Frauen und ihren Kindern in die Frankfurter Gesellschaft an erster Stelle der Aktivitäten des Vereins. Damit Integration gelingen kann, bieten wir seitdem niedrigschwellige, berufsorientierende Kurse an, mit denen zugleich die grundlegenden Kenntnisse der deutschen Sprache beginnend mit der Alphabetisierung vermittelt werden.
Von Anfang 2018 bis Ende 2020 konnten wir zusätzlich eine koordinierende Beratungsstelle betreiben, die die afghanischen Frauen auf ihrem Bildungs- und Lebensweg unterstützte. Auch nach Auslaufen der dafür vorgesehenen Fördermittel betreuen wir weiterhin aktuelle sowie punktuell ehemalige Teilnehmerinnen aus unserem Bildungsprogramm DADA – Aufbruch!
Darüber hinaus sorgen wir für die Bewahrung der afghanischen Kultur, Geschichte und Tradition. Dieser Aspekt gewinnt in unserem praktischen Kursangebot eine immer größere Bedeutung.

Unser Vorstand

1. Vorsitzende

Nadia Qani-Schwarz
qani@zanev.de

2. Vorsitzende

Stefanie Then
then@zanev.de

Schriftführerin

Vivien Hashemi
hashemi@zanev.de

Beisitzerinnen
Fatma Murtaza, Beisitzerin

Unser Beirat

  • Marion-Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Integrierte Stadtentwicklung, NH ProjektStadt
  • Rosina Walter, geschäftsführender Vorstand i.R., beramí e.V.
  • Sylvia Weber, Integrations- und Bildungsdezernentin, Stadt Frankfurt am Main
  • Dr. Renate Wolter-Brandecker, stv. Stadtverordnetenvorsteherin a.D., Stadt Frankfurt am Main
  • Dr. med. Jamila Hassan, Oberärztin
  • Angelika Zülch-Busold, Unternehmerin

Werden Sie Mitglied

Hier finden Sie unsere Beitrittserklärung zum Erwerb einer Mitgliedschaft. Außerdem finden Sie auch weitere Dokumente, die interessant für unsere Mitglieder sind. Bei weiteren Fragen treten Sie bitte telefonisch, unter der Nummer 069/59 79 61 26 mit uns in Kontakt.