Roshani – Mit Licht und Erleuchtung 
ins neue Jahr

Am Sonntag, dem 28. Januar 2018, feierte ZAN e.V. mit dem Fest Roshani im Mousonturm den Start der gleichnamigen Beratungsstelle des Vereins.

Nach der Begrüßung durch die Gründerin des Vereins, Nadia Qani, und den Intendanten und Geschäftsführer des Mousonturm, Matthias Pees, folgte eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags vom Vorabend in Kabul. Ein Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen in eine der am besten gesicherten Straßen der Stadt gefahren. Dort löste er eine Explosion aus. Die Folge sind mehr als 100 Tote und 235 Verletzte.

Trotz der traurigen Ereignisse vom Vorabend gelang es den Gästen ein schönes Fest zu feiern. Einen wesentlichen Beitrag lieferte dabei Hamnawa, das Ensemble, das aus der Musik-Traumatherapie des ZAN-Vereins entstanden ist. Die Gäste im Mousonturm freuten sich über die technisch perfekten Interpretationen persischen Liedguts gespielt auf traditionellen Instrumenten.

Im weiteren Verlauf des Spätnachmittags stellte Sonia Ahmadi (Sanam Anbarin) die neue Koordinierungsberatungsstelle des Vereins vor. Seit Januar 2018 haben aus Afghanistan stammende und in Frankfurt lebende Frauen in der Geschäftsstelle von ZAN eine Anlaufstelle rund um alle Fragen, die in der neuen Heimat entstehen können. Neben den Alltagsthemen zu Schule, Kinderbetreuung und Gesundheit spielt dabei nicht zuletzt die berufliche Integration eine bedeutende Rolle. Mit Sonia Ahmadi (Sanam Anbarin) wurde eine fachkundige Muttersprachlerin für die Koordinierungsberatungsstelle gefunden, die neben den relevanten Fachkenntnissen die eigene Erfahrung bei der gelungene Integration in Deutschland einbringen kann.

Die Informationen über die neue Beratungsstelle stieß auf großes Interesse, genauso wie die über die DADA-Integrationsprogramme des Vereins. Dort wird neben den Alphabetisierungs- und Deutschkursen auf A1-Niveau ein reichhaltiges Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit jumpp und dem Kulturamt der Stadt Frankfurt mit dem Ziel der sozialen und beruflichen Integration geboten.

Die insgesamt rund 1.000 Gäste des Festes legten teilweise sehr weite Wege zurück, um gemeinsam mit dem Verein zu feiern. Darunter auch Hagie Sarwarie, der eigens aus Stuttgart angereist war und sich überaus begeistert zeigte: „Ich war sehr begeistert, was der ZAN e.V. alles für die traumatisierten und hilfebedürftigen Frauen in Frankfurt und Umgebung leistet. Die Organisation, Moderation und Location, sowie die kostenlosen kulinarischen Leckereien für über 1.000 Gäste und die musikalische Stimmung haben super gepasst. Solche Institutionen sollten mehr Unterstützung durch den Staat und private Sponsoren bekommen.“

Roshani fand im Rahmen des Festivals Displacements des Mousonturm statt. ZAN e.V. dankt dem Team des Mousonturm herzlich für die Gastfreundschaft und die hervorragende Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes.

Frankfurter Neue Presse: Der Verein Zan hilft geflüchteten Frauen

Mit zehn Frauen aus Afghanistan, deren Asylanträge bisher noch nicht anerkannt wurden, hat der Verein Zan ein Pilotprojekt gestartet. Die Frauen sollen lernen, sich in typischen Alltagssituationen zurechtzufinden.

VON HERMANN WYGODA

(Frankfurt) “Wir wollen den geflüchteten Frauen aus Afghanistan die Chance eröffnen, dass sie sich auch während der Zeit, in der sie und ihre Familien um Asyl ersuchen, hier in Frankfurt in den sechs Monaten des Projektes orientieren und eingewöhnen können. Der Grundkurs soll ihnen später auf dem Arbeitsmarkt und bei der Integration helfen”, erläutert Nadia Qani, Vorsitzende des Vereins “Zan” (Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen).

Zan ist das persische Wort für Frau. Den Verein gründete Qani im Jahr 2001, zwei Jahr nach ihrer Einbürgerung. Sie kam vor rund 30 Jahren nach Deutschland und stand vor dem Nichts – seit mehr als 15 Jahren leitet sie einen von ihr gegründeten kultursensiblen Pflegedienst. Auch ein Buch über ihr Schicksal hat sie geschrieben, zudem hält sie Vorträge. Die Frauen, die sich bei “Zan” angemeldet haben, lernen Deutsch, Schneidern und Grundkenntnisse in elektronischer Datenverarbeitung (EDV).

Sie besuchen Informationsveranstaltungen und lernen Frankfurt bei Ausflügen kennen. Alle zehn Teilnehmerinnen müssen über 25 Jahre alt sein. Alle dürfen keine Integrationskurse besuchen, weil ihr Flüchtlingsstatus noch nicht bestätigt wurde. Der Verein “Zan” will ihnen während der Wartezeit erste Kenntnisse über Land und Leute sowie Institutionen vermitteln.

Das vom Verein “Berami, berufliche Integration” und der Stadt Frankfurt finanziell unterstützte Projekt bietet neben Sprachkursen auch Informationen über gesunde Ernährung und Krankheiten an. Bei Besuchen in Kliniken und Arztpraxen lernen sie das deutsche Gesundheitssystem kennen. ,,Wir wollen auch Einblicke über die Arbeit der Behörden und Institutionen Frankfurts sowie in Kultureinrichtungen wie Museen und Galerien anbieten“, ergänzt Projektleiterin Anette Rein, ehemals Leiterin des Museums der Weltkulturen.

Zum Programm gehören auch Ausflüge in die Frankfurter Geschäftswelt. Und an zwei Nachmittagen der Woche können die Frauen wählen, ob sie Grundkenntnisse im Schneidern, Kochen, Tanz oder Musik erlernen möchten.

Nach Angaben des Frankfurter Sozialdezernates sind bis März vergangenen Jahres mehr als tausend Flüchtlinge aus Afghanistan nach Frankfurt gekommen, darunter rund 200 Frauen. Wie Nadia Qani erläuterte, hätten diese Frauen nach dem langen Krieg, der in ihrem Heimatland geführt wurde und noch geführt wird, sehr unterschiedliche Ausbildungen
gemacht.

Gemäß der afghanischen Traditionen sieht man meist die Männer im deutschen Straßenbild, die auch die Beratungszentren aufsuchen. Da die Frauen vornehmlich für den Haushalt zuständig sind, werden die meisten Angebote der Förderprogramme von Männern aus Afghanistan besucht.
Diese Situation müsse sich ändern, fordert Qani. Sie will mit dem Projekt den Afghaninnen die Chance geben, eine erste Orientierung zu erlangen.

»Zan«, Hilfsorganisation zur Förderung der Rechte afghanischer Frauen, Eckenheimer Landstraße 52, Telefonnummer (069) 59 22 30.

Artikel vom 17.01.2017, 03:30 Uhr
© 2017 Frankfurter Neue Presse

Link zum Artikel: http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Der-Verein-Zan-hilft-gefluechteten-Frauen;art675,2426320